VERANSTALTUNGEN 2026
Am Freitag, 31. Juli 2026, 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr ging es mit der alljährlichen Kulturfahrt nach St. Urban und Bad Säckingen
Hier ein kurzer Bericht:
Eindrückliche Kulturfahrt nach St. Urban und Bad Säckingen
Wo liegt St. Urban und welche Beziehungen gibt es zu Weißenau? Das war das große Thema, unter dem die Fahrt des Kulturkreises Eschach e.V. und des Christlichen Familienkreises Weißenau stand. St. Urban, bei Aarau in der Schweiz gelegen, kannte keiner der fünfzig Mitreisenden. Es liegt abseits der üblichen Reiserouten, war aber ein bedeutendes Zisterzienser-Kloster, das Architekt Franz Beer von Bleichten unmittelbar vor Weißenau baute. Die architektonischen Ähnlichkeiten sind verblüffend, es gibt aber auch Unterschiede, da in Weißenau ja die Prämonstratenser die Auftraggeber waren. Beer wurde durch seine zahlreichen Bauprojekte so reich, dass er vom Kaiserlichen Haus in Wien ein erbliches Adelsprädikat erwerben konnte. Sein 300. Todestag wird derzeit in einer Ausstellung in Au im Bregenzerwald, seinem Geburtsort, gewürdigt.
Nach diesem architektonischen Höhepunkt ging es nach Bad Säckingen. Das dortige mittelalterliche Fridolinsmünster wurde in herausragender Weise barock umgestaltet. Bei der Stadtführung war dann die romantische Liebesgeschichte des Trompeters von Säckingen herzergreifend. Die historische Figur des Trompeters war übrigens völlig unmusikalisch. Aber des Dichters Fantasie will man ja nicht beschränken. Ein Teilnehmer meinte: „Eine eindrückliche Kulturfahrt, mönchisches Leben oder glühender Liebhaber, mehr geht nicht“.
Info:
Franz Beer von Bleichten (1660-1726), Baumeister aus dem Bregenzer Wald, hat eine bedeutende Karriere als Ratsherr in Konstanz gemacht. Er gilt als bedeutendster Architekt der Vorarlberger Bauzunft. Oft betreute er fünf bis sechs Baustellen gleichzeitig. Seine Kirchen in St. Urban und Weißenau sind Höhepunkte in seinem Schaffen. In diesem Jahr gedenken wir seines 300. Todestages. Dazu gibt es im Barockbaumeistermuseum in Au in Vorarlberg eine kleine Ausstellung. ______________________________________________________________________
Samstag, 19. September 2026, 16.00 Uhr, Klosterspaziergang II, Treffpunkt am Torhaus, Torplatz 9
Weißenau ist eine der größten Klosteranlagen Oberschwabens. Im Jahr 1145 gestiftet und von Prämonstratensern besiedelt, wurde die Klosteranlage in der Barockzeit zu einer repräsentativen Klosterresidenz umgestaltet. Beim Spaziergang werden durch Dr. Ulrich Höflacher alle Gebäude in ihrer Architektur und Funktion erklärt. Der Rundgang endet in der Kapelle Mariatal, Kirche des ehemaligen Frauenklosters, in dem die erste Frau von Kaiser Friedrich Barbarossa ihren Lebensabend verbachte.
Dauer des Spaziergangs etwa 90. Minuten.
Eintritt frei, Spenden werden gern entgegengenommen.
Das Bild zeigt das alte Amtsgebäude (rechts), das mittlere Arkadengebäude und die dahinterliegenden Fischteiche. Ganz im Hintergrund die Klostermauer und das Komödienhaus.
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Samstag, 17. Oktober 2026, 15.00 Uhr, Kapelle Mariatal
Maisuntal wird Mariatal - Besichtigung und kurzes Orgelkonzert
Die Kapelle in Mariatal ist ein Kleinod mit großer Geschichte. Sie war die Klosterkirche eines Frauenkonvents von Prämonstratenserinnen. Der Männerkonvent in Weißenau und das Frauenkloster in Mariatal wurden beide 1145 gegründet. Der Baukörper des Kirchleins stammt aus dem Jahr 1166, wurde aber barock überprägt. Vor allem die Wandgemälde von Carl Stauder tragen wesentlich zur qualitätvollen Ausstattung des Kirchleins bei. Als letztes Ausstattungsstück erhielt die Kapelle eine Orgel von Wolfram Stützle. Sie wird bei einem kurzen Konzert erklingen.
Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten.
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Freitag, 6. November 2026, 19.00, Magdalenensaal, Abteistraße 2/4
Die Epoche des Barock - Facetten einer "glanzvollen Zeit"
Vortrag von Rainer Michael Hepp
In erster Linie wird mit dem Begriff "barock" glanzvolle Musik und prachtvolle Architekur in Verbindung gebracht. Doch stimmt das auch? Die Barockzeit jedenfalls beginnt mit einer Katastrophe: dem Dreißigjährigen Krieg. Rainer Hepp, einer der profundesten Kenner der Barockzeit ist durch seine lebendigen Führungen durch die Basilika Weingarten vielen bekannt. Er wird in einem bebilderten Vortrag zeigen, dass "barock" viel mehr umfasst als das, was man so gemeinhin darunter versteht. Die Zeitreise in eine andere Welt verspricht ein interessanter Abend zu werden.
Eintirtt frei, Spenden werden gern entgegengenommen.
Rückblick auf einige Veranstaltungen 2025
Ein weiterer Schritt ist geschafft! Die neuen Glocken wurden am 27. September 2025 feierlich auf dem Münsterplatz geweiht. Andreas Knoch hat am Montag, den 29. September 2025 in der "Schwäbischen Zeitung", Ausgabe Ravensburg, unter der Überschrift
"Weltneuheit": Neue Glocken für das Münster feierlich geweiht
darüber berichtet.
Hier ein Auszug aus seinem Bericht:
Drei neu gegossene Glocken für das Münster Weißenau sind am Samstag geweiht worden. Viele Menschen kamen zu dem besonderen Ereignis - darunter auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
(...) Auf einem vierspännigen Fuhrwerk wurden die festlich geschmückten Glocken am Samstagnachmittag auf den Münsterplatz gezogen, wo sie vom Schirmherren des Projekts, dem ehemaligen Bischof Gebhard Fürst von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, und der Prälatin der evangelischen Landeskirche Württemberg, Gabriele Wulz unter Mitwirkung des Posaunenchors Ravensburg geweiht und - im Fall der aus Füssen übernommenen Glocke - gesegnet wurden.
Neben Bischof Fürst konnte auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann als Schirmherr gewonnen werden. Der Grünen-Politiker ließ es sich nicht nehmen, am Samstag persönlich nach Weißenau zu kommen und die Weihe zu begleiten.
Über die ökumenische Glocke freue er sich ganz besonders, sagte Kretschmann in seiner Ansprache und fügte hinzu, dass diese Glocke zusammen mit der gemeinsamen Läuteordnung seiner Vermutung nach eine "Weltneuheit" sei - Ausdruck eines harmonischen Miteinanders, "so, wie wir in Baden-Württemberg miteinander leben".
Kirchenglocken, so Kretschmann, "berühren unsere Herzen und erzeugen Resonanz". Als Politiker und als Ministerpräsident sei es ihm wichtig, fügte er hinzu, "dass die Kirchen ihre gesellschaftliche Gestaltungskraft behalten".
Oberbürgermeister Daniel Rapp würdigte in seinem Grußwort insbesondere das Engagement der zwölf Kuratoriumsmitglieder unter der Leitung von Ulrich Höflacher und die Großzügigkeit der Bürgerinnen und Bürger - insbesondere aus Weißenau -,ohne die das Projekt nicht zustande gekommen wäre.
Über 100.000 Euro an Spenden aus der Bürgerschaft sind so in den vergangenen Monaten zusammengekommen. "Das sagt viel über Weißenau und die Identifikation der Weißenauer mit ihrem Münster", sagte Rapp. Von der Stadt Ravensburg überreichte er Höflacher einen Scheck über 1000 Euro. Geld, das das Kuratorium für die noch anstehenden Arbeiten gut gebrauchen kann.
Um die Glocken in den Türmen aufhängen zu können, bittet das Kuratorium um weitere finanzielle Hilfe. Ab einem Betrag von € 50 wird der Spendername auf einer Tafel genannt, die einen Platz im Münster finden wird. Die Spenden sind wegen ihrer Gemeinnützigkeit steuerlich absetzbar.
Das Spendenkonto bei der Kreissparkasse Ravensburg:
Kulturkreis Eschach e.V. Vermerk Glocken IBAN DE12 6505 0110 0093 6810 10
Die Ministranten und die Mitglieder der Blutreitergruppe sind auf dem Weg zur Mariataler Allee, um die neuen Glocken abzuholen.
Drei wurden neu gegossen, um verlorengegangene Instrumente zu ersetzen:
-Das Josefsglöckchen: Ton a", 75 kg
-Die Schutzengelglocke: Ton g", 100 kg
-Die Hoffnungsglocke: Ton d", 250 kg
Diese drei Glocken bilden zusammen mit der vorhandenen Saturninglocke (Ton e") das künftige Zimbelgeläute des Münsters. Im Jahr 2027 soll das Geläute mit dann zwölf Glocken zum ersten Mal erklingen.
Foto: Ralph Kolb
Neben den drei neu gegossenen Glocken wurde von Füssen die große Glocke der Pfarrei "Zu den acht Seligkeiten" erworben, da diese Kirche abgerissen worden war. Das Fuhrwerk und die Glocken sind prächtig geschmückt. Unter Begleitung der Musikkapelle "Sternberg" werden die Glocken vor das Münster gefahren.
Foto: Ralph Kolb
Der ehemalige Diözesanbischof Dr. Gebhard Fürst hat die Glockensegnung vorgenommen. Von der evangelischen Kirche wirkte Prälatin Gabriele Wulz mit. Die größte der neu gegossenen Glocken ist ein Gemeinschaftsprojekt evangelischer und katholischer Christen. An Ostern sollen die neu gegossenen Glocken zum ersten Mal erklingen, sowohl bei evangelischen als auch katholischen Gottesdiensten.
Foto: Ralph Kolb
Das Münster, welches gerade durch das Land Baden-Württemberg renoviert wird, zeigte sich nach langer Zeit zum ersten Mal wieder ohne Gerüst. Die großartige Fassade des Münsters bildete die beeindruckende Kulisse für die Glockenweihe, bei der auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann teilnahm. Regnete es morgens noch in Strömen, hörte der Regen pünktlich zur Glockenweihe um 15.00 Uhr auf.
Foto: Ralph Kolb
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Unsere CD-Empfehlung:
Über folgenden Link gewinnen Sie einen Eindruck von der Arbeit bei der Produktion der CD:
Die CD ist beim Kath. Pfarramt Weißenau, Abteistraße 4, zu € 15 während den Bürozeiten erhältlich.
Montag, Dienstag und Freitag 9.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag 15.00 - 18.00 Uhr
Tel. 0751/61590
Eine Rezension von Wolfram Frommlet ist erschienen unter der Kolumne "Kultur erleben" in der Schwäbischen Zeitung Ravensburg vom 22. November 2021.
Hier seine Rezension in Auszügen:
(...) "Weber und Simon verschmelzen zu einem transzendentalen Raum, mit dem Abstand von 1000 Jahren klingt Hildegard von Bingen in minimalistischen Klängen so modern, wie man es bei John Cage oder Karlheinz Stockhausen wieder hört. Zur Zeit von Bingens muss die selbstbewusste Sopranstimme, wie Wiltrud Weber sie singt, eine sensationelle Neuerung gewesen sein. Und verblüffend nah an diesen Räumen, die wie eine Befreiung wirken aus der irdischen Zerstörung, ist Rainer Oleaks 'Lumen' mit der geradezu archaischen Klarheit von Wiltrud Weber, mit der sie, hoffnungsvoll, bewegend schlicht, in Ara-mäisch, der Sprache Jesu, 'The Lord's Prayer' in ihrer eigenen Vertonung singt.
Gregor Hübner hat (...) für Wiltrud Weber 'Sei mutig und entschlossen' komponiert, ein überzeugendes Stück feministischer Individualität. Reiner Schuhenn (...) vertonte in seiner "Missa per una voce" eine Theologie der 'Befreiung' von Pathos, von erstickten religiösen Gewissheiten. Da hört man Risse und Herausforderungen, das sind kühne, offene Töne, die Wiltrud Weber zeitgemäß beunruhigend aus Schuhenns moderner Sakralität herausholt. Diese Missa und Webers unprätentiös nüchterne und deshalb so packende Interpretation hat etwas Dialogisches - man möchte darüber reden und nicht weihevoll schweigen. Überraschend, wie Gregor Simon in seiner 'Suite francaise sur Ave Maria' die Holzhey-Orgel spielt - fragile Klangfelder, transparent registriert, bekommt sie für Momente einen geradezu modernen Klang. Simons Kompositionen haben eine zeitgemäße, eine autarke sakrale Ästhetik.
Eine weitere musikalische Entdecckung ist (...) 'Jubilate Deo', in der Fassung des 1744 verstorbenen André Campra, in dessen rokokohafter Verspieltheit und spätbarockaler Sinnenfreude verschmelzen Gregor Simon und Wiltrud Weber -Orgel und Sopran- zu einem freudvollen Schluss in schwieriger Zeit."